Umweltzerstörung
Wir zerstören unseren eigenen Lebensraum. Was treibt uns zu diesem selbstzerstörerischen Verhalten?
Kriege, Gewalt, Ungerechtigkeit, die Ausbeutung von Natur und Mensch. Unsere Welt steht in Flammen – doch die Erklärung dafür liegt nicht in unseren Genen oder im „bösen Menschen“, sondern in der überraschenden Dynamik zwischen Evolution und toxischer Männlichkeit.
Wenn man fragt, warum in unserer modernen Welt Krieg, Ausbeutung, Mobbing, Hunger und Umweltzerstörung alltäglich sind, erhält man oft die Antwort: Der Mensch ist von Natur aus böse. Doch ist das wirklich die Wahrheit?
Die Wurzeln unserer Probleme liegen nicht in einer „bösen Natur“, sondern in einem fundamentalen Widerspruch zwischen unserer evolutionären Hardware und sozialen Software.
Evolutionäre Vorgaben zur Entstehung von Leben und der Ursprung von Egoismus – die biologischen Triebfedern, die uns zum Überleben antreiben.
Der ewige Kampf zwischen Egoismus und Nächstenliebe, zwischen Ingroup und Outgroup – und wie „toxische Männlichkeit“ dabei eine zentrale Rolle spielt.
Soziale Zusammenarbeit von Lebewesen gegen den Egoismus – wie Kooperation und soziale Strukturen entstanden sind.
Eine Reise durch die prägenden Entwicklungsschritte von den ersten Lebensformen bis zum modernen Menschen.
Die ersten Einzeller entstehen – Überleben & Reproduktion als oberste Priorität.
Reiz, Reaktion, Flucht oder Angriff: der Grundbauplan für unser Verhalten entsteht.
Zellen spezialisieren sich und arbeiten zusammen – der Beginn sozialer Zusammenarbeit gegen den Egoismus.
Soziale Strukturen entstehen: Herden, Rudel, Trupps – Ingroup-Outgroup-Denken entwickelt sich.
Komplexe Sozialstrukturen bei Menschenaffen – Hierarchien und Gruppenzugehörigkeit werden wichtig.
Der moderne Mensch: Kulturelle Evolution beschleunigt – aber die Hardware bleibt zurück.
Sesshaftigkeit, Ackerbau, Bevölkerungswachstum – Hierarchien verfestigen sich, Patriarchat entsteht.
Industrialisierung, Globalisierung – alte evolutionäre Programme in neuer Welt schaffen globale Probleme.
Täglich erfahren wir von dem tragischen Leid unzähliger Menschen, die an Hunger sterben. Kriminalität, Ausbeutung und Gewalt bestimmen das Zusammenleben in vielen Regionen der Erde. Es werden Atombomben gebaut und gehortet, obwohl uns allen bewusst ist, dass sie unsere Erde in Schutt und Asche legen und damit auch die Menschheit vernichten würde. Im Namen religiöser und ideologischer Motive wurden und werden weltweit brutale Kriege geführt, obwohl die Götter aller Weltreligionen eigentlich Frieden und Zusammenhalt predigen. Unsinniges, grausames und unsoziales Handeln ist also keineswegs die Ausnahme. Entgegen der in der westlichen Welt oft verbreiteten Annahme, ist dieses Verhalten nicht auf Entwicklungsregionen begrenzt, sondern vielmehr allgegenwärtig auf der ganzen Welt. Die seltsamsten Konflikte, aus niedrigsten Beweggründen entstanden, werden bis auf den Tod ausgefochten. Unverständliche Verhaltensweisen prägen die Kommunikation unter den Völkern der Erde.
Solche Nachrichten kann und möchte man kaum glauben, jeden Tag verhungern 24.000 Menschen irgendwo auf unserer Erde. Politisch diskutieren wir über Freiheit, Selbstbestimmung, Moral und haken letzten Endes diese Toten ab. Wie und warum ist das möglich?
Die Regenwälder, als artenreichste Brutstätte des Lebens und Lunge unserer Erde bekannt, werden systematisch abgeholzt, obwohl wir längst wissen, dass dadurch auch das Klima unwiderruflich aus dem Gleichgewicht gebracht und die Lebensbedingungen auf unserem Planeten radikal verschlechtert werden.
Dabei streben wir doch alle danach, „gut" zu sein – hilfsbereit, sozial, solidarisch. Diese Werte sind doch auch die Kernpunkte bei der Erziehung unserer Kinder. In den Ländern der vermeintlich modernen, hochentwickelten westlichen Welt hungert keiner, es herrscht, trotz allem Überfluss, eine gewisse Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Dabei hätten die Menschen hier doch alles, um glücklich und zufrieden zu leben.
Die oben genannten Fakten sind nur einige wenige Beispiele einer unendlichen Liste von Missständen in unserer Welt. Sie werfen unausweichlich die viel diskutierte Frage auf: Was läuft eigentlich falsch in unserer Welt? Der Mensch verfügt über sämtliche Voraussetzungen, um auf der Erde zufrieden, in Harmonie, vor allem nachhaltig, zu leben und miteinander zu koexistieren. Nichtsdestotrotz leben wir in Disharmonie und Unzufriedenheit. Menschen führen Kriege, unterdrücken und töten einander. Darüber hinaus verursacht die Menschheit eine verheerende Zerstörung unseres Planeten. Diese Zerstörung entzieht nicht nur zahlreichen Organismen ihre Lebensgrundgrundlage, sondern kann letztendlich auch zur Ausrottung der Menschheit selbst führen.
Dieses Buch beabsichtigt nicht, die oben angerissenen und bereits in vielen Medien ausgiebig diskutierten Missstände erneut zu beleuchten. Stattdessen soll der Fokus auf den fundamentalen Ursachen liegen, die zum asozialen, menschlichen Verhalten führen, die unsere gegenwärtige Situation auf der Welt begründet. Lassen sich die Ursachen in der Natur des Menschen finden? Existieren rationale, wissenschaftlich belegbare Gründe, anhand derer sich das Verhalten der Menschheit logisch erklären lässt?